Website erstellen mit WordPress: Komplette Anleitung
Diese Website erstellen WordPress Anleitung führt dich Schritt für Schritt von der Domain bis zur fertigen Homepage – ganz ohne Vorwissen.
Katrin Lindemann Lesezeit: 9 Min.
Eine eigene Website zu erstellen klingt nach einem großen technischen Projekt – mit WordPress ist es aber für praktisch jeden machbar. Diese Website erstellen WordPress Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie aus einer leeren Domain eine fertige, funktionierende Homepage wird, egal ob für ein privates Blog, ein kleines Unternehmen oder ein persönliches Portfolio. Du erfährst, welche Bausteine du brauchst, in welcher Reihenfolge du vorgehst und worauf es bei Design, Inhalten und Sicherheit ankommt.
Was ist WordPress und warum eignet es sich für Einsteiger?
WordPress ist ein Content-Management-System (CMS), also eine Software, mit der man Inhalte einer Website verwalten kann, ohne den Programmcode selbst schreiben zu müssen. Man legt Texte, Bilder und Menüs über eine grafische Oberfläche an, WordPress kümmert sich im Hintergrund um die technische Umsetzung. Die Software ist kostenlos, quelloffen und wird seit vielen Jahren von einer sehr großen Community weiterentwickelt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Varianten: WordPress.org ist die freie Software, die man auf einem eigenen Hosting-Server installiert und die diese Anleitung meint. WordPress.com ist dagegen ein fertiger Hosting-Dienst desselben Anbieters mit eingeschränkter Flexibilität und oft Werbung in kostenlosen Tarifen. Wer volle Kontrolle über Design, Funktionen und Domain haben möchte, ist mit der selbst gehosteten Variante besser beraten.
Der große Vorteil für Einsteiger liegt in der riesigen Auswahl an Themes (Designvorlagen) und Plugins (Erweiterungen), mit denen sich fast jede Funktion nachrüsten lässt, von Kontaktformularen bis zu Onlineshops. Man muss also nicht programmieren können, um am Ende eine professionell wirkende Seite online zu haben.
Domain und Hosting: die Basis für deine WordPress-Website
Bevor WordPress überhaupt installiert werden kann, braucht die Website zwei Grundzutaten. Die Domain ist die lesbare Internetadresse, etwa www.deinname.de, unter der Besucher die Seite später finden. Das Hosting ist der Speicherplatz auf einem Server, auf dem die Website-Dateien tatsächlich liegen und der dafür sorgt, dass die Seite rund um die Uhr erreichbar ist.
Domains werden über einen Domain-Registrar reserviert, häufig direkt beim Hosting-Anbieter im gleichen Buchungsprozess. Bei der Wahl des Hostings lohnt sich ein Blick auf folgende Punkte:
- Ein WordPress-optimiertes Paket oder ein Ein-Klick-Installer, der die Einrichtung stark vereinfacht
- Ausreichende Ladegeschwindigkeit, da diese sich auch auf Suchmaschinen-Rankings auswirkt
- Ein inkludiertes SSL-Zertifikat, das die Verbindung verschlüsselt und die Adresse als https anzeigt
- Erreichbarer Support, besonders wichtig für Einsteiger ohne technische Vorerfahrung
- Automatische Backups, damit im Ernstfall eine ältere Version der Seite wiederhergestellt werden kann
Für die meisten privaten Seiten und kleine Unternehmenswebsites reicht ein einfaches Shared-Hosting-Paket, bei dem sich mehrere Kunden einen Server teilen. Wächst die Seite später stark, kann man jederzeit auf leistungsfähigere Hosting-Formen wechseln.
WordPress installieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Sobald Domain und Hosting eingerichtet sind, folgt die eigentliche Installation. Die meisten Hosting-Anbieter bieten dafür einen komfortablen Assistenten an, sodass keine technischen Vorkenntnisse nötig sind.
- Hosting-Paket buchen und Domain verbinden: Im Kundenbereich des Anbieters die gewünschte Domain der Hosting-Umgebung zuordnen.
- Ein-Klick-Installation starten: Im Hosting-Kundenbereich den WordPress-Installer auswählen, statt die Software manuell herunterzuladen.
- Alternative manuelle Installation: Wer keinen Installer zur Verfügung hat, lädt WordPress von der offiziellen Website herunter, lädt die Dateien per FTP auf den Server hoch und legt eine Datenbank im Hosting-Bereich an.
- Ersteinrichtung durchführen: Sprache auswählen, Website-Titel vergeben, Benutzername und ein sicheres Passwort für den Administrator festlegen sowie eine E-Mail-Adresse hinterlegen.
- Login testen: Über die Adresse deinedomain.de/wp-admin gelangt man zum Anmeldebereich, dem sogenannten Backend.
Nach diesen Schritten ist die WordPress-Website technisch einsatzbereit, wenn auch noch mit einem Standarddesign und ohne eigene Inhalte. Ab hier beginnt die eigentliche Gestaltung.
Das WordPress-Dashboard verstehen
Nach dem Login landet man im Dashboard, der Verwaltungsoberfläche von WordPress. Links befindet sich ein Menü, über das sich sämtliche Bereiche der Website steuern lassen.
- Beiträge: chronologisch sortierte Blogartikel oder News
- Seiten: feste, meist zeitlose Inhalte wie Startseite, Über uns oder Kontakt
- Medien: hochgeladene Bilder, Dokumente und Videos
- Kommentare: Rückmeldungen von Besuchern zu Beiträgen
- Design: Themes, Menüs und optische Anpassungen
- Plugins: installierte Erweiterungen und deren Verwaltung
- Benutzer: Zugänge für weitere Personen, etwa Redakteure
- Einstellungen: grundlegende Konfiguration wie Zeitzone, Permalinks oder Startseite
Es lohnt sich, sich vor dem eigentlichen Gestalten kurz durch alle Menüpunkte zu klicken. So verschafft man sich einen Überblick, bevor man mit Design und Inhalten beginnt.
Design wählen: Themes und Page Builder
Das Theme bestimmt Layout, Farben und Struktur der Website und lässt sich jederzeit wechseln, ohne dass Inhalte verloren gehen. Im WordPress-Theme-Verzeichnis stehen tausende kostenlose Themes zur Auswahl, daneben gibt es kostenpflichtige Premium-Themes über Marktplätze mit zusätzlichen Funktionen und Support.
Bei der Auswahl sollte man auf folgende Punkte achten:
- Responsives Design, also eine automatische Anpassung an Smartphones und Tablets
- Regelmäßige Updates und Kompatibilität mit der aktuellen WordPress-Version
- Übersichtliche Anpassungsmöglichkeiten für Farben, Schriften und Logo
- Gute Ladezeiten, da überladene Themes die Geschwindigkeit ausbremsen können
Viele Einsteiger nutzen zusätzlich einen Page Builder, ein Plugin wie Elementor oder Beaver Builder, mit dem sich Seiten per Drag-and-drop gestalten lassen, ohne Code zu schreiben. Auch der in WordPress integrierte Block-Editor erlaubt bereits einfache, flexible Layouts über einzelne Inhaltsblöcke. Für welchen Weg man sich entscheidet, hängt vom gewünschten Gestaltungsspielraum und der eigenen Geduld beim Ausprobieren ab.
Inhalte erstellen: Seiten, Beiträge und Menüs
Der Kern jeder Website sind ihre Inhalte. WordPress unterscheidet dabei zwischen zwei Grundtypen. Seiten eignen sich für statische Inhalte wie Startseite, Über uns, Leistungen oder Kontakt. Beiträge sind für regelmäßig veröffentlichte Inhalte gedacht, etwa einen Blog oder Neuigkeiten, und werden automatisch chronologisch angezeigt.
Beim Anlegen einer neuen Seite öffnet sich der Block-Editor (Gutenberg), in dem jeder Inhaltsabschnitt – ein Absatz, ein Bild, eine Überschrift, eine Schaltfläche – ein eigener Block ist, der sich einzeln verschieben und formatieren lässt. Das macht den Seitenaufbau übersichtlich, auch ohne technisches Vorwissen.
Damit die Website beim Aufruf der Domain direkt die richtige Seite zeigt, legt man unter Einstellungen > Lesen eine statische Startseite fest. Über Design > Menüs lässt sich anschließend die Navigation zusammenstellen, also die Leiste, über die Besucher zwischen den einzelnen Seiten wechseln.
Wer eine Website in Deutschland betreibt, sollte außerdem an rechtlich vorgeschriebene Seiten wie Impressum und Datenschutzerklärung denken. Da sich die Anforderungen je nach Angebot unterscheiden, ist es sinnvoll, sich dazu bei einer entsprechenden Fachstelle oder rechtlichen Beratung individuell abzusichern.
Plugins: Funktionen erweitern
Ein Plugin ist eine kleine Zusatzsoftware, die WordPress um bestimmte Funktionen erweitert, ohne dass man selbst programmieren muss. Über Plugins > Installieren lässt sich im Dashboard nach passenden Erweiterungen suchen, die sich mit einem Klick installieren und aktivieren lassen.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Kontaktformulare für Anfragen von Besuchern
- SEO-Plugins, die bei der Optimierung für Suchmaschinen unterstützen
- Sicherheits-Plugins gegen Angriffe und unbefugten Zugriff
- Caching- und Performance-Plugins für schnellere Ladezeiten
- Onlineshop-Erweiterungen wie WooCommerce, um Produkte zu verkaufen
- Cookie-Hinweise, um Besucher über die Nutzung von Cookies zu informieren
Trotz der großen Auswahl gilt: weniger ist oft mehr. Jedes zusätzliche Plugin kann die Ladezeit verlängern oder Sicherheitsrisiken erhöhen, wenn es nicht gepflegt wird. Sinnvoll ist es, nur Plugins aus vertrauenswürdigen Quellen zu installieren, regelmäßig zu aktualisieren und nicht mehr genutzte Erweiterungen wieder zu deaktivieren und zu löschen.
SEO-Grundlagen für deine WordPress-Website
SEO (Suchmaschinenoptimierung) bezeichnet Maßnahmen, mit denen eine Website in Suchmaschinen wie Google besser gefunden wird. WordPress bringt dafür schon von Haus aus eine solide technische Basis mit, lässt sich aber gezielt weiter optimieren.
Für den Einstieg sind folgende Punkte besonders wirksam:
- Aussagekräftige Seitentitel und Meta-Beschreibungen, die den Inhalt der Seite klar zusammenfassen
- Sprechende URLs statt kryptischer Zahlenfolgen, einstellbar unter Einstellungen > Permalinks
- Sinnvolle interne Verlinkung zwischen zusammenhängenden Seiten und Beiträgen
- Kurze Ladezeiten durch komprimierte Bilder und ein schlankes Theme
- Eine für mobile Geräte optimierte Darstellung, da ein großer Teil der Besucher über das Smartphone zugreift
Ein SEO-Plugin wie Yoast SEO oder Rank Math hilft dabei, diese Punkte direkt beim Erstellen von Seiten und Beiträgen im Blick zu behalten, ersetzt aber keine grundsätzlich durchdachte Inhaltsstruktur. Wer langfristig sichtbar sein möchte, sollte vor allem auf hilfreiche, klar geschriebene Inhalte setzen, die tatsächlich die Fragen der Besucher beantworten.
Sicherheit, Wartung und Backups
Eine WordPress-Website ist kein einmalig fertiges Produkt, sondern braucht laufende Pflege. Da die Software weltweit sehr verbreitet ist, wird sie auch regelmäßig auf Sicherheitslücken hin überprüft, weshalb zeitnahe Updates besonders wichtig sind.
Für einen sicheren Betrieb empfiehlt sich:
- WordPress selbst, alle Themes und Plugins regelmäßig aktualisieren
- Ein starkes, einzigartiges Passwort für den Administrator-Zugang verwenden
- Wo möglich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten
- Regelmäßige, automatische Backups einrichten, idealerweise über Hosting oder ein separates Plugin
- Nur notwendige Benutzerkonten mit den jeweils passenden Rechten anlegen
Ein aktuelles Backup ist die wichtigste Absicherung: Geht durch ein fehlerhaftes Update oder einen Angriff etwas schief, lässt sich die Seite damit auf einen funktionierenden Stand zurücksetzen. Viele Hosting-Anbieter bieten automatische tägliche oder wöchentliche Sicherungen bereits im Paket an.
Kosten im Überblick: Was kostet eine WordPress-Website?
Die WordPress-Software selbst ist kostenlos, dennoch entstehen für den Betrieb einer Website laufende Kosten, die sich je nach Anspruch stark unterscheiden können.
| Position | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Domain | etwa 10 bis 20 Euro pro Jahr |
| Hosting (Einsteigerpaket) | etwa 3 bis 10 Euro pro Monat |
| Premium-Theme (optional) | einmalig etwa 30 bis 100 Euro |
| Premium-Plugins (optional) | meist jährlich einige Euro bis niedrige zweistellige Beträge pro Plugin |
| Professionelle Umsetzung (optional) | variiert stark je nach Umfang und Anbieter |
Für eine einfache private Seite oder ein kleines Unternehmensportfolio reichen also oft schon Domain und Basis-Hosting, während umfangreichere Projekte mit individuellem Design und speziellen Funktionen deutlich mehr Budget beanspruchen können. Wer die Website selbst umsetzt, spart vor allem an den Umsetzungskosten und zahlt in erster Linie für Domain, Hosting und gegebenenfalls einzelne Premium-Erweiterungen.
Häufig gestellte Fragen
Ist WordPress kostenlos?
Die WordPress-Software selbst ist kostenlos und quelloffen. Kosten entstehen erst durch Domain, Hosting und optionale Premium-Themes oder -Plugins.
Brauche ich Programmierkenntnisse, um eine Website mit WordPress zu erstellen?
Nein, für die meisten Standardfunktionen reicht die grafische Oberfläche von WordPress völlig aus. Programmierkenntnisse werden erst bei sehr individuellen Anpassungen am Theme oder an Funktionen relevant.
Wie lange dauert es, eine WordPress-Website zu erstellen?
Eine einfache Website mit wenigen Seiten lässt sich oft innerhalb eines Tages bis wenigen Tagen erstellen, während umfangreichere Projekte mit individuellem Design und vielen Inhalten mehrere Wochen in Anspruch nehmen können.
Was ist der Unterschied zwischen WordPress.org und WordPress.com?
WordPress.org ist die freie Software für ein eigenes Hosting mit voller Kontrolle über Design und Funktionen, während WordPress.com ein fertiger Hosting-Dienst mit eingeschränkter Flexibilität in den kostenlosen und günstigeren Tarifen ist.
Welches Hosting ist für WordPress-Anfänger geeignet?
Für den Einstieg genügt in der Regel ein einfaches Shared-Hosting-Paket mit WordPress-Ein-Klick-Installation, inklusive SSL-Zertifikat und automatischen Backups.
Kann ich mit WordPress auch einen Onlineshop erstellen?
Ja, mit Erweiterungen wie WooCommerce lässt sich eine bestehende WordPress-Website in einen vollwertigen Onlineshop mit Produktverwaltung, Warenkorb und Bezahlfunktionen verwandeln.
Fazit
Eine eigene WordPress-Website zu erstellen ist heute vor allem eine Frage der Reihenfolge: Domain und Hosting einrichten, WordPress installieren, ein passendes Theme wählen, Inhalte anlegen und schließlich Sicherheit sowie Suchmaschinenoptimierung im Blick behalten. Jeder dieser Schritte lässt sich auch ohne Programmierkenntnisse bewältigen, wenn man sich Zeit nimmt und die einzelnen Bereiche des Dashboards nach und nach kennenlernt. Wer diese Grundlagen einmal verstanden hat, kann seine Website mit wachsendem Bedarf jederzeit um neue Funktionen, Inhalte oder ein völlig neues Design erweitern.