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EKG schreiben Anleitung: Schritt für Schritt

Eine klare Anleitung Ekg schreiben: So platzieren Sie Elektroden richtig, stellen das Gerät ein und vermeiden typische Fehler bei der Ableitung.

Jonas Brandt Lesezeit: 4 Min.

EKG schreiben Anleitung: Schritt für Schritt

Wer ein EKG schreiben möchte, folgt einer festen Abfolge: Patient vorbereiten, Elektroden korrekt anlegen, Gerät einstellen und die Ableitung starten. Diese Anleitung zum EKG schreiben führt Sie durch jeden dieser Schritte, damit die Aufzeichnung aussagekräftig und störungsfrei gelingt. Was ein Elektrokardiogramm grundsätzlich misst, erklärt der Überblicksartikel zum Thema EKG – hier geht es ausschließlich um die praktische Durchführung.

Vorbereitung: Was Sie vor dem EKG-Schreiben brauchen

Bevor die erste Elektrode klebt, sollte alles griffbereit liegen: das EKG-Gerät, Einweg-Klebeelektroden, gegebenenfalls Elektrodengel, Alkoholtupfer zur Hautreinigung und ein Einmalrasierer für stark behaarte Körperstellen. Eine saubere, fettfreie Haut sorgt für besseren Kontakt und weniger Störsignale im späteren Ausdruck.

Der Patient sollte entspannt und flach auf dem Rücken liegen, Arme und Beine leicht vom Körper abgespreizt, aber locker. Metallschmuck, Uhren und eingeschaltete Mobiltelefone in der Nähe des Geräts können die Aufzeichnung stören und sollten entfernt werden. Wichtig ist außerdem eine ruhige Umgebung: Der Patient sollte während der Messung nicht sprechen, sich nicht bewegen und möglichst nicht frieren, da Muskelzittern die Kurve verfälscht.

Erklären Sie kurz, was passiert – ein EKG ist schmerzfrei, aber viele Patienten sind unsicher, wenn Elektroden an Brust und Gliedmaßen angebracht werden. Diese kurze Information reduziert Anspannung und damit auch störende Muskelartefakte in der Aufzeichnung.

Elektroden richtig platzieren: Schritt für Schritt

Die vier Extremitätenableitungen folgen einer festen Farbregel, die sich mit der „Ampel plus Erde“ merken lässt:

  • Rot – rechter Arm
  • Gelb – linker Arm
  • Grün – linkes Bein
  • Schwarz – rechtes Bein (Erdung, geht nicht in die Auswertung ein)

Für die sechs Brustwandableitungen (V1 bis V6) ist die genaue Position entscheidend, da schon wenige Zentimeter Abweichung das Bild verändern:

  • V1: vierter Interkostalraum, rechts neben dem Brustbein
  • V2: vierter Interkostalraum, links neben dem Brustbein
  • V3: mittig zwischen V2 und V4
  • V4: fünfter Interkostalraum in der Medioklavikularlinie (Verlängerung der Mitte des Schlüsselbeins)
  • V5: gleiche Höhe wie V4, vordere Axillarlinie
  • V6: gleiche Höhe wie V4 und V5, mittlere Axillarlinie

Ein Interkostalraum ist der Zwischenraum zwischen zwei Rippen; man findet ihn am besten, indem man vom Winkel des Brustbeins nach unten tastet und die Rippen mitzählt. Alle Elektroden müssen fest und vollflächig aufliegen, ohne Luftblasen unter der Klebefläche.

Das EKG-Gerät einstellen und die Aufzeichnung starten

Nach dem Anlegen der Elektroden werden zunächst die Patientendaten im Gerät eingegeben, da diese später auf dem Ausdruck erscheinen und die Zuordnung sichern. Anschließend prüft man die Standardeinstellungen: In der Regel läuft das Papier mit 50 mm pro Sekunde, die Kalibrierung liegt bei 10 mm pro Millivolt. Abweichende Einstellungen sind manchmal nötig, sollten dann aber auf dem Ausdruck vermerkt sein.

Bitten Sie den Patienten, ruhig liegen zu bleiben, normal zu atmen und während der Aufnahme nicht zu sprechen. Ein Ruhe-EKG dauert meist nur wenige Sekunden je Ableitung, insgesamt reicht ein Aufzeichnungsfenster von etwa zehn bis zwanzig Sekunden, um für alle zwölf Ableitungen einen auswertbaren Abschnitt zu erhalten.

Nach dem Start zeigt das Gerät die Kurven live an; hier lässt sich bereits erkennen, ob eine Ableitung stark verrauscht ist oder eine Elektrode keinen Kontakt hat. Erst wenn alle zwölf Kurven ruhig und gleichmäßig verlaufen, sollte der endgültige Ausdruck ausgelöst werden. Kontrollieren Sie danach, ob Name, Datum und Uhrzeit korrekt auf dem Papier stehen, bevor es zur Akte oder zur ärztlichen Befundung weitergegeben wird.

Welche Fehler passieren beim EKG schreiben am häufigsten?

Die meisten Probleme entstehen nicht durch das Gerät, sondern durch die Vorbereitung. Folgende Fehlerquellen tauchen in der Praxis besonders oft auf:

  • Vertauschte Elektroden: Werden Arm- und Beinkabel verwechselt, entsteht ein Kurvenbild, das eine falsche Herzachse suggeriert – ein häufiger Grund für unnötige Nachuntersuchungen.
  • Schlechter Hautkontakt: Cremes, Schweiß oder starke Behaarung verhindern eine stabile Verbindung und führen zu einer unruhigen, zackigen Grundlinie.
  • Bewegungsartefakte: Sprechen, Zittern oder Muskelanspannung während der Aufnahme überlagern die eigentliche Herzsignalkurve.
  • Falsch platzierte Brustwandelektroden: Besonders bei größerer Brust oder ungewöhnlicher Anatomie wird der Interkostalraum manchmal falsch gezählt.
  • Fehlende oder falsche Beschriftung: Ohne korrekten Namen, Datum und Uhrzeit ist ein technisch einwandfreies EKG im Nachhinein kaum zuzuordnen.

Wer diese Punkte vor jeder Aufzeichnung kurz durchgeht, spart sich in der Regel eine Wiederholung der Messung.

Fazit

Ein EKG zu schreiben ist ein klar strukturierter Ablauf: saubere Vorbereitung, exakte Elektrodenposition, passende Geräteeinstellung und ein ruhiger Patient während der Aufnahme. Wer diese Reihenfolge einhält und die typischen Fehlerquellen im Blick behält, erhält eine Kurve, die sich verlässlich auswerten lässt – unabhängig davon, ob sie in der Hausarztpraxis, im Krankenhaus oder in der Notfallversorgung entsteht.

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